Qualitätskriterien

Ausgehend von den Slow Food-Leitideen gut–sauber–fair und basierend auf dem Leitbild der Markthalle Neun hat der Berliner Naschmarkt Qualitätskriterien entwickelt, die für die Auswahl für und Teilnahme am Naschmarkt verpflichtend sind (Stand: 2019).

Alle BewerberInnen und ausgewählten AnbieterInnen müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

A.) Sie haben eine eigene handwerkliche Produktion von Süßigkeiten/süßen Lebensmittel (keine HändlerInnen; keine industrielle Produktion).

B.) Und bieten auf dem Naschmarkt ausschließlich Erzeugnisse aus eigener Produktion an (keine Handelsware).

C.) Die angebotenen Produkte erfüllen die Mindeststandards PLUS der Markthalle Neun – im einzelnen:

  1. Hygienisch einwandfreie Produkte, Produktion und Verkauf: Im Umgang mit Lebensmitteln sind die gültigen Hygienevorschriften zu beachten. Grundlage ist die EU-Lebensmittelhygieneverordnung 852/2004 und 853/2004. Für flexible Marktstände gilt auch das im Internet abrufbare Merkblatt für Berlin: „Hygienische Anforderungen beim Verkauf von Lebensmitteln im Straßenhandel, auf Märkten und Volksfesten“.
  2. Klare Kennzeichnung: Alle Produkte sind im Hinblick auf Herstellungsweise und Inhaltsstoffe, Zusatzstoffe und Allergene nach gesetzlichen Vorgaben (Lebensmittelinformations-Verordnung) klar gekennzeichnet. Die Herkunft von Tierprodukten ist so genau wie möglich nachvollziehbar (d.h bevorzugt ist auch die Region benannt).
  3. Eingeschränkter Einsatz von Zusatzstoffen: Keine AZO-Farbstoffe und keine künstlichen Süßstoffe, Stabilisatoren oder Geschmacksverstärker. Erlaubt sind nur Zusatzstoffe, die nach EU-Bio-Verordnung zugelassen sind. Generell gilt für alle laut EU-Bio-Verordnung zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe, dass sie nur dann erlaubt sind, wenn die Lebensmittel ohne die betreffenden Stoffe weder hergestellt noch haltbar gemacht werden können. Alle eingesetzten Zusatzstoffe sind in ihrer Funktion, namentlich und unter Nennung der E-Nummer in der Zutatenliste zu kennzeichnen.
  4. Artgerechte Tierhaltung: Tierische Produkte stammen aus artgerechter Tierhaltung. Diese ist nachgewiesen durch eine Bio-, Neuland- oder BESH-Zertifizierung (Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch g.g.A). Wenn das Produkt keines dieser Zertifikate trägt, jedoch von einem bestimmten Erzeuger bezogen wird, kann in Ausnahmefällen artgerechte Haltung auch durch die Erfüllung der Kriterien der Checkliste artgerechte Tierhaltung für Tierhalter nachgewiesen werden. Dies gilt für alle Fleischsorten und Eier verpflichtend, sowie vorzugsweise auch für Milchprodukte und Käse.
  5. Ohne grüne Gentechnik (gentechnisch veränderte Pflanzen, Saatgut): Alle Produkte sind frei von grüner Gentechnik (auch die zur Erzeugung tierischer Produkte eingesetzten pflanzlichen Futtermittel). Orientierung ist der Ohne Gentechnik Standard.
  6. Handwerkliche Herstellung: Alle Produkte werden auf traditionell handwerkliche Art hergestellt – d.h. folgende Herstellungsweisen sind NICHT zugelassen:
    – keine Verwendung von fertigen Back-, Mehl- und Saatenmischungen
    bevorzugt Verwendung von nicht-anonymem Honig, d.h. ImkerIn ist auf dem Etikett genannt
    – keine Rauchdusche
    – keine Surrogate/Imitate (z.B. Formfleisch, Gelschinken, Analogkäse)
  7. Ökologische Verpackungen
    – Verpackung: Auf unnötige Verpackung wird verzichtet. Materialien aus recyclten bzw. nachwachsenden Rohstoffen und solche die biologisch abbaubar oder recyclebar sind werden bevorzugt.
    – Einweggeschirr: Erlaubt ist ausschließlich Einweggeschirr aus recyclten bzw. nachwachsenden Rohstoffen, das biologisch abbaubar oder recyclebar ist.
    – Einwegtaschen nur aus recyclten Materialien oder nachwachsenden Rohstoffen.

D.) Bei der Auswahl bevorzugt: ProduzentInnen, die bei ihren Zutaten besonders auf Regionalität, Saisonalität, biologischen Anbau, faire Produktion/Handel (insb. Kakao/Schokolade) achten.

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